531 533 GSA 25_W 2 H.114 s.3 H.114a S 8 H.27a H.2 H.115
1

Der Wandrer.1
Quillt der Brunnen1

Wandrer1

Der Wandrer.1

Der Wandrer.1

Der Wandrer1
2
Gott segne dich, junge Frau
Gott segne dich, junge Frau,1
3
Und den säugenden Knaben
Und den säugenden Knaben
 
4
An deiner Brust!
An deiner Brust!
 
5
Laß mich an der Felsenwand hier,
Laß mich an der Felsenwand hier,
 
6
In des Ulmbaums Schatten
In des Ulmbaums Schatten
 
7
Meine Bürde werfen,
Meine Bürde werfen,
 
8
Neben dir ausruhn.
Neben dir ausruhn.
 
9
Welch Gewerbe treibt dich
Welch Gewerbe treibt dich
 
10
Durch des Tages Hitze
Durch des Tages Hitze
 
11
Den staubigen Pfad her?
Den staubigen Pfad her?
 
12
Bringst du Waaren1 aus der Stadt.2
Bringst du Waren1 aus der Stadt
13
Im Land herum?
Im Land herum?
 
14
Lächelst Fremdling
Lächelst,1 Fremdling,2
15
Uber1 meine Frage?
Über1 meine Frage?
16
Keine Waaren bring1 ich aus der Stadt.2
Keine Waren bring’1 ich aus der Stadt:2
17
Kühl wird nun der Abend!1
Kühl wird nun der Abend.1
18
[62]
 
19
Zeige mir den Brunnen
Zeige mir den Brunnen,1
20
Draus du trinckest1,
Draus du trinkest1,
21
Liebes junges Weib.
Liebes junges Weib.
 
22
Hier den Felsenpfad hinauf!1
Hier den Felsenpfad hinauf.1
23
Geh voran! Durchs1 Gebüsche
Geh voran. Durch’s1 Gebüsche
24
Geht der Pfad nach der Hütte
Geht der Pfad nach der Hütte,1
25
Drin ich wohne,
Drin ich wohne,
 
26
Zu dem Brunnen
Zu dem Brunnen,1
27
Da ich trincke draus Den ich trincke .
 
28
Wandrer. Gott segne dich junge Frau,1 und den saugenden Knaben an deiner Brust. Laß2 mich an der Felsenwand hier hier3 in des Ulmenbaums Schatten meine Bürde werfen neben dir ausruhn. Frau. Welch Gewerbe treibt dich Durch des Tages Hitze Den sandigen Pfad her? Bringst4 du Waaren aus der Stadt Im5 Land herum? D'6 lächelst Fremdling über meine Frage? W. Ich bring keine Waaren aus der Stadt. Schwül ist Schwül der Abend. Zeige mir den Brunnen draus du trinkest liebes junges Weib. Fr. Hier den Felsen Pfad hinauf Geh7 Voran! Durchs Gebüsche Geht8 der Pfad nach der Hütte. Drin9 ich wohne Zu10 dem Brunnen Da11 ich trinke draus. W. Spuren ordnender Menschenhand Zwischen12 dem Gesträuch! Diese Steine hast du nicht gefügt reichhinstreuende Natur. Fr. Weiter `nauf. W. Von dem Moos gedekt13 ein Architrav! ich erkenne dich bildender Geist Hast dein Siegel in den Stein geprägt. Fr. Weiter Fremdling. W. Eine Innschrifft14 über die ich trete15! Der v16 Venus – und ihr übrigen seyd verloschen, weggewandelt ihr Gesellen17 Gespielen , die18 ihr eures Meisters Gefühl19 Andacht Jahrtausenden entgegen zeigen soltet Tausenden20 Enkeln zeugen solltet Fr. D‘21 Staunest Fremdling Diese Stein an? Droben sind der Steine viel um meine Hütte. W. Droben. Fr. Gleich, zur Linken durchs Gebüsch hinan hinan!22 Hier! W. Ihr Musen und Grazien! Fr. Das ist meine Hütte. W. Eines Tempels Trümmern! Fr. Da zur Seit23 hinab Quillt24 der Brunnen da ich trinke draus trinke draus25. W. Glühend webst du über deinem Grabe Genius! über dir ist Zusammengestürtzt26 dein Meisterstük27 O du unsterblicher! Fr. Wart ich will ein Schöpfgefäß28 Schöpf Gefäß dir holen. W. Epheu hat deine schlanke G29 Götterbildung umkleidet! Wie30 du emporstrebst aus dem Schutte Säulen Paar31! Und32 du einsame Schwester dort, wie ihr Düstres Moos auf dem heiligen Haupt Haupt33 majestätisch trauernd herab schaut schaut34 auf die zertrümmerten zu euren Füssen35 eure Geschwister! in des Brombeergesträuches Schatten Schatten36 Deckt sie Schutt und Erde und hohes Gras wankt drüber hin drüber hin37 Schäzest du so Natur Deines Meisterstüks Meisterstük38? unempfindlich zertrümmerst Du dein Heiligthum Säst Disteln drein. Fr. Wie der Knabe schläft! Willst du in der Hütte ruhn Fremdling willst du hier untern Pappelbaum dich setzen setzen39? Hier ist kühl. Nimm den Knaben Daß ich da hinab geh Wasser schöpfen schöpfen40 Schlafe Lieber Schlaf41. W. Süß42 ist deine Ruh! Wie’s in himmlischer Gesundheit schwimmend ruhig athmet. Du gebohren43 über Resten Heiliger Vergangenheit. ruh44 ihr Geist auf dir! Welchen der umschwebt Wird im Götter selbstgefühl jeden Tags geniessen Voller Keim blüh auf! Lieblich dämmernden Frühlingstags Schmuk scheinend45 vor deinen Gesellen. und welkt46 die Blütenhülle weg Dann steig aus deinem Busen Die volle Frucht und reif47 der Sonn entgegen.48 Fr. Gesegn’es Gott. und schläft er noch? Ich habe nichts zum frischen Trunk als ein Stük49 Brod Das ich dir bieten kan. W50. Ich danke dir! wie herrlich alles blüht umher und grünt. Fr. Mein Mann wird bald nach Hause seyn Vom Feld, bleib Mann und iß mit uns das Abendbrod. W. Ihr wohnet hier. Fr. Hier zwischen das Gemäuer her Die Hütte baut mein Vater noch aus Ziegeln und des Schuttes Steinen Hier wohnen wir er gab mich einem Ackersmann und starb in unsern Armen. Hast du geschlafen Liebes Herz? Du meines Lebens Hofnung51! wie er munter ist,52 und spielen will! Du Schelm. W. Natur, du ewig Keimende53 Schafst jeden zum Genuß des Lebens Deine Kinder All Hast mütterlich mit Einem Erbtheil ausgestattet Eine Hütte. Hoch baut die Schwalb am Architrav unfühlend welchen Zierraht Zierrathsie54 verklebt.55 Die Raup umspinnt den Goldnen56 Zweig Zum Winterhaus für ihre Brut. und du flikst57 zwischen der Vergangenheit Erhabnen58 Trümmern Für dein Bedürfnis59 Eine Hütt’ o Mensch! Geniessest60 über Gräbern! Leb wohl du glüklich61 Weib! Fr. Du wilst62 nicht bleiben? W. Gott erhalt euch. Segn’ euren Knaben. Fr. Glük63 auf den Weg. W. Wohin führt mich der Weg? Dort übern Berg? Fr. Nach Cuma. W. Wie weit ists hin? Fr. Drey Meilen gut. W. Leb64 wohl. O Leite65 meinen Gang Natur, den Fremdlings Reise tritt66, Den über Gräber heiliger Vergangenheit ich wandele. Leit‘ ihn zum Schuz67 Ort, Vorm68 Nord geschützet wo dem Mittagsstrahl ein Pappelwäldchen wehrt. Und kehr ich denn am Abend heim Zur Hütte verguldet Vom letzten Sonnenstrahl, Laß69 mich empfangen solch ein Weib den Knaben auf dem Arm.
Wandrer. Gott segne dich junge Frau und den saugenden Knaben an deiner Brust. laß2 mich an der Felsenwand hier in des Ulmenbaums Schatten meine Bürde werfen neben dir ausruhn. Frau. Welch Gewerbe treibt dich Durch des Tages Hitze Den sandigen Pfad her? bringst4 du Waaren aus der Stadt im5 Land herum? D‘6 lächelst Fremdling über meine Frage? W. Ich bring keine Waaren aus der Stadt. Schwül ist Schwül der Abend. Zeige mir den Brunnen draus du trinkest liebes junges Weib. Fr. Hier den Felsen Pfad hinauf geh7 Voran! Durchs Gebüsche geht8 der Pfad nach der Hütte Drinn9 ich wohne zu10 dem Brunnen da11 ich trinke draus. W. Spuren ordnender Menschenhand zwischen12 dem Gesträuch! Diese Steine hast du nicht gefügt reichhinstreuende Natur. Fr. Weiter `nauf. W. Von dem Moos gedeckt13 ein Architrav! ich erkenne dich bildender Geist Hast dein Siegel in den Stein geprägt. Fr. Weiter Fremdling. W. Eine Innschrift14 über die ich trette15! Der -16 Venus – und ihr übrigen seyd verloschen, weggewandelt ihr Gespielen Die18 ihr eures Meisters Andacht tausenden20 Enkeln zeugen solltet Fr. Staunest Fremdling Diese Stein an? Droben sind der Steine viel um meine Hütte. W. Droben. Fr. Gleich, zur Linken durchs Gebüsch hinan Hier! W. Ihr Musen und Grazien! Fr. Das ist meine Hütte. W. Eines Tempels Trümmern! Fr. Da zur zeit23 hinab quillt24 der Brunnen da ich trinke draus. W. Glühend webst du über deinem Grabe Genius! über dir ist zusammengestürtzt26 dein Meisterstück27 O du unsterblicher! Fr. Wart ich will ein Schöpf Gefäß dir holen. W. Epheu hat deine schlange29 Götterbildung umkleidet! wie30 du emporstrebst aus dem Schutte Säulenpaar31! und32 du einsame Schwester dort, wie ihr Düstres Moos auf dem heiligen Haupt majestätisch trauernd herab schaut auf die zertrümmerten zu euren Füßen35 eure Geschwister! in des Brombeergesträuches Schatten Deckt sie Schutt und Erde und hohes Gras wankt drüber hin.37 Schäzest du so Natur Deines Meisterstücks Meisterstück38? unempfindlich zertrümmerst Du dein Heiligthum Säst Disteln drein. Fr. Wie der Knabe schläft! Willst du in der Hütte ruhn Fremdling willst du hier untern Pappelbaum dich setzen? Hier ist kühl. Nimm den Knaben Daß ich da hinab geh Wasser schöpfen Schlafe Lieber schlaf41. W. Süs42 ist deine Ruh! Wie’s in himmlischer Gesundheit schwimmend ruhig athmet. Du geboren43 über Resten Heiliger Vergangenheit. Ruh44 ihr Geist auf dir! Welchen der umschwebt Wird im Götter selbstgefühl jeden Tags geniessen Voller Keim blüh auf! Lieblich dämmernden Frühlingstags Schmuck Scheinend45 vor deinen Gesellen. und welckt46 die Blütenhülle weg Dann steig aus deinem Busen Die volle Frucht und reif‘47 der Sonn entgegen Fr. Gesegn’es Gott. und schläft er noch? Ich habe nichts zum frischen Trunk als ein Stück49 Brod Das ich dir bieten kan. Wand50. Ich danke dir! wie herrlich alles blüht umher und grünt. Fr. Mein Mann wird bald nach Hause seyn Vom Feld, bleib Mann und iß mit uns das Abendbrod. W. Ihr wohnet hier. Fr. Hier zwischen das Gemäuer her Die Hütte baut mein Vater noch aus Ziegeln und des Schuttes Steinen Hier wohnen wir er gab mich einem Ackersmann und starb in unsern Armen. Hast du geschlafen Liebes Herz? Du meines Lebens Hoffnung51! wie er munter ist und spielen will! Du Schelm. W. Natur, du ewig keimende53 Schafst jeden zum Genuß des Lebens Deine Kinder All Hast mütterlich mit Einem Erbtheil ausgestattet Eine Hütte. Hoch baut die Schwalb am Architrav unfühlend welchen Zierrath sie54 verklebt Die Raup umspinnt den goldnen56 Zweig Zum Winterhaus für ihre Brut. und du flickst57 zwischen der Vergangenheit erhabnen58 Trümmern Für dein Bedürfniß59 Eine Hütt’ o Mensch! geniessest60 über Gräbern! Leb wohl du glücklich61 Weib! Fr. Du willst62 nicht bleiben? W. Gott erhalt euch. Segn’ euren Knaben. Fr. Glück63 auf den Weg. W. Wohin führt mich der Weg? Dort übern Berg? Fr. Nach Cuma. W. Wie weit ists hin? Fr. Drey Meilen gut. W. leb64 wohl. O leite65 meinen Gang Natur, den Fremdlings Reisetritt66, Den über Gräber heiliger Vergangenheit ich wandele. Leit‘ ihn zum Schutz67 Ort, vorm68 Nord geschützet wo dem Mittagsstrahl ein Pappelwäldchen wehrt. Und kehr ich denn am Abend heim Zur Hütte verguldet Vom letzten Sonnenstrahl, laß69 mich empfangen solch ein Weib den Knaben auf dem Arm.
29
Ich wandle1.

Den ich trinke1.
30
Spuren ordnender Menschenhand
Spuren ordnender Menschenhand
 
31
Zwischen dem Gesträuch!
Zwischen dem Gesträuch!
 
32
Diese Steine hast du nicht gefügt,
Diese Steine hast du nicht gefügt,
 
33
Reichhinstreuende Natur!
Reichhinstreuende Natur!
 
34
Weiter hinauf.
Weiter hinauf.
 
35
Von dem Moos gedeckt ein Architrav!
Von dem Moos gedeckt ein Architrav!
 
36
Ich erkenne dich! Bildender1 Geist,2
Ich erkenne dich, bildender1 Geist!2
37
Hast dein Siegel in den Stein geprägt.
Hast dein Siegel in den Stein geprägt.
 
38
Weiter Fremdling!
Weiter,1 Fremdling!
39
Eine Inschrift über die ich trete!
Eine Inschrift,1 über die ich trete!
40
Nicht zu lesen!
Nicht zu lesen!
 
41
Weggewandelt seyd ihr
Weggewandelt seyd ihr,1
42
Tiefgegrabne Worte,
Tiefgegrabne Worte,
 
43
Die ihr eures Meisters Andacht
Die ihr eures Meisters Andacht
 
44
Tausend Enckeln1 zeigen solltet.
Tausend Enkeln1 zeigen solltet.
45
Staunest, Fremdling,
Staunest, Fremdling,
 
46
Diese Stein’ an?
Diese Stein’ an?
 
47
Droben sind der Steine viel
Droben sind der Steine viel
 
48
Um meine Hütte.
Um meine Hütte.
 
49
Droben?
Droben?
 
50
Gleich zur lincken1
Gleich zur Linken1
51
Durchs1 Gebüsch hinan
Durch’s1 Gebüsch hinan;2
52
Der Wandrer.1

Hier!1
Der Wandrer.1

Hier.1
53
Ihr Musen und Grazien!
Ihr Musen und Grazien!
 
54
Das ist meine Hütte
Das ist meine Hütte.1
55
Eines Tempels Trümmern!
Eines Tempels Trümmern!
 
56
D1 Hier zur Seit2 hinab
Hier zur Seit’2 hinab
57

Quillt der Brunnen1

Quillt der Brunnen,1
Der Wandrer1
58
Ich wandle1.

Den ich trinke1.
59
Lande Schwül ist, schwer der Abend Gesträuch! ihr Gesellen zeugen Steine Trümmern Untern Dass ich Wasser schöpfen hinabgeh Geborner Lieblichdämmernden Lenzes Trümmer Cumä wandle vergoldet
 
60
Da ich trincke draus Den ich trincke .
 
61
Glühend webst du
Glühend webst du
 
62
Uber1 deinem Grabe
Über1 deinem Grabe,2
63
Genius! Uber1 dir
Genius! Über1 dir
64
Ist zusammengestürzt
Ist zusammengestürzt
 
65
Dein Meisterstück,
Dein Meisterstück,
 
66
O du Unsterblicher.1
O du Unsterblicher!1
67
Wart’, ich hohle das Gefäß
Wart’, ich hohle das Gefäß
 
68
dir1 zum Trincken2
Dir1 zum Trinken.2
69
Epheu hat deine schlancke1
Epheu hat deine schlanke1
70
Götterbildung umkleidet.
Götterbildung umkleidet.
 
71
Wie du emporstrebst
Wie du emporstrebst
 
72
Aus dem Schutte,
Aus dem Schutte,
 
73
Säulenpaar!
Säulenpaar!
 
74
Und du einsame Schwester dort,
Und du einsame Schwester dort,
 
75
Wie ihr,
Wie ihr,
 
76
Düstres Moos auf dem Heiligen1 Haupt,
Düstres Moos auf dem heiligen1 Haupt,
77
[65]
 
78
Majestätisch traurend1 herabschaut
Majestätisch trauernd1 herabschaut,2
79
Auf die zertrümmerten
Auf die zertrümmerten
 
80
Zu euren1 Füßen,
Zu euern1 Füßen,
81
Eure Geschwister!
Eure Geschwister!
 
82
In des Brombeergesträuches Schatten
In des Brombeergesträuches Schatten
 
83
Deckt sie Schutt und Erde,
Deckt sie Schutt und Erde,
 
84
Und hohes Gras wanckt1 drüber hin.2
Und hohes Gras wankt1 drüber hin!2
85
Schätzest du so, Natur,
Schätzest du so, Natur,
 
86
Deines Meisterstücks Meisterstück?
Deines Meisterstücks Meisterstück?
 
87
[237] Zweyte Sammlung.
 
88
Unempfindlich zertrümmerst du
Unempfindlich zertrümmerst du
 
89
Dein Heiligthum .1 ?
Dein Heiligthum?
90
Säest Distlen1 drein .2 ?
Säest Disteln1 drein?
91
Wie der Knabe schläft!
Wie der Knabe schläft!
 
92
Willst du in der Hütte ruhn,
Willst du in der Hütte ruhn,
 
93
Fremdling ,1 ? willst du hier
Fremdling? willst du hier
94
Lieber in dem Freyen bleiben?
Lieber in dem Freyen bleiben?
 
95
Es ist kühl! Nimm den Knaben,
Es ist kühl! Nimm den Knaben,
 
96
Daß ich Wasser schöpfen gehe.
Daß ich Wasser schöpfen gehe.
 
97
Schlafe lieber1! Schlaf2!
Schlafe, Lieber1! schlaf2!
98
Süß ist deine Ruh
Süß ist deine Ruh!1
99
Wie’s in himmlischer Gesundheit
Wie’s in himmlischer Gesundheit
 
100
[66]
 
101
Schwimmend, ruhig athmet!
Schwimmend, ruhig athmet!
 
102
Du, gebohren1 über Resten
Du, geboren1 über Resten
103
Heiliger Vergangenheit,
Heiliger Vergangenheit,
 
104
Ruh1 ihr Geist auf dir!
Ruh’1 ihr Geist auf dir!
105

Welchen der umschwebt1

Welchen der umschwebt,1
Der Wandrer1
106
Wird in Götterselbstgefühl
Wird in Götterselbstgefühl,1
107
Jedes Tags genießen.
Jedes Tags genießen.
 
108
[238] Vermischte Gedichte.
 
109
Voller Keim blüh1 auf,
Voller Keim blüh’1 auf,
110
Des glänzenden Frühlings
Des glänzenden Frühlings
 
111
Herrlicher Schmuck,
Herrlicher Schmuck,
 
112
Und leuchte vor deinen Gesellen .1 !
Und leuchte vor deinen Gesellen!
113
Und welkt die Blüthenhülle weg,
 
114
Und welckt die Blüthenhülle weg,
 
115
Dann steig1 aus deinem Busen
Dann steig’1 aus deinem Busen
116
Die volle Frucht,
Die volle Frucht,
 
117
Und reife der Sonn’ entgegen!
Und reife der Sonn’ entgegen!
 
118
Gesegne’s Gott! – Und schläft er noch?
Gesegne’s Gott! – Und schläft er noch?
 
119
Ich habe nichts zum frischen Trunck1
Ich habe nichts zum frischen Trunk1
120
Als ein Stück Brod1 das ich dir bieten2 kann.
Als ein Stück Brot,1 das ich dir biethen2 kann.
121
Ich dancke1 dir!2
Ich danke1 dir.2
122
Wie herrlich alles blüht umher
Wie herrlich alles blüht umher
 
123
Und grünt!
Und grünt!
 
124
Mein Mann wird bald
Mein Mann wird bald
 
125
Nach Hause seyn
Nach Hause seyn
 
126
Vom Feld;1 O bleibe !2 , bleibe, Mann,
Vom Feld.1 O bleibe, bleibe, Mann,
127
Und iß mit uns das Abendbrod.
 
128
Und iß mit uns das Abendbrot.
 
129
Ihr wohnet hier !1 ?
Ihr wohnet hier?
130
Da, zwischen das1 dem Gemäuer her!2
Da, zwischen dem Gemäuer her.2
131
Die Hütte baute noch mein Vater
Die Hütte baute noch mein Vater
 
132
Aus Ziegeln und des Schuttes Steinen.
Aus Ziegeln und des Schuttes Steinen.
 
133
Hier wohnen wir.
Hier wohnen wir.
 
134
Er gab mich einem Ackersmann
Er gab mich einem Ackersmann,1
135
Und starb in unsern Armen.
Und starb in unsern Armen.
 
136
Hast du geschlafen, liebes Herz !1 ?
Hast du geschlafen, liebes Herz?
137
Wie er munter ist und spielen will!
Wie er munter ist,1 und spielen will!
138
Du Schelm .1 !
Du Schelm!
139
Natur! du ewig keimende,
Natur! du ewig keimende,
 
140
Schaffst jeden zum Genuß des Lebens,
Schaffst jeden zum Genuß des Lebens,
 
141
Deine1 Hast deine Kinder all!2 alle mütterlich
Hast deine Kinder alle mütterlich
142

Hast mütterlich ⚓⚓
Hast deine Kinder alle1 mütterlich
143
Mit Erbtheil ausgestattet, Einer1 einer Hütte.
Mit Erbtheil ausgestattet, einer Hütte.
144
[68]
 
145
Hoch baut die Schwalb1 an Architrav2 das Gebälck3 Gesims ,
Hoch baut die Schwalb’1 an das Gesims,
146
Unfühlend welchen Zierrath2
Unfühlend,1 welchen Zierath2
147
Sie verklebt.
Sie verklebt.
 
148
Die Raup’ umspinnt den goldnen Zweig
Die Raup’ umspinnt den goldnen Zweig
 
149
[240] Vermischte Gedichte.
 
150
Zum Winterhaus für ihre Brut
Zum Winterhaus für ihre Brut;1
151
Und du flickst zwischen der Vergangenheit
Und du flickst zwischen der Vergangenheit
 
152
Erhabne Trümmer,1
Erhabne Trümmer
153
Für deine Bedürfniß1
Für deine Bedürfniß’1
154
Eine Hütte, o Mensch
Eine Hütte, o Mensch,1
155
Genießest über Gräbern! –
Genießest über Gräbern! –
 
156
Leb wohl, du glücklich Weib
Leb wohl, du glücklich Weib!1
157
Du willst nicht bleiben?
Du willst nicht bleiben?
 
158
Gott erhalt1 euch,
Gott erhalt’1 euch,
159
Segn' euren1 Knaben!
Segn’ euern1 Knaben!
160
Glück auf den Weg!
Glück auf den Weg!
 
161
Wohin führt mich der Pfad
Wohin führt mich der Pfad
 
162
Dort übern1 Berg?
Dort über’n1 Berg?
163
Nach Cuma.
Nach Cuma.
 
164
Wie weit ists1 hin?
Wie weit ist’s1 hin?
165
Drey Meilen gut.
Drey Meilen gut.
 
166
Leb wohl.1
Leb wohl!1
167
O leite meinen Gang, Natur!
O leite meinen Gang, Natur!
 
168
Den Fremdlings Reisetritt,
Den Fremdlings Reisetritt,
 
169
Den über Gräber
Den über Gräber
 
170
Heiliger Vergangenheit
Heiliger Vergangenheit,1
171
Ich wandle.
Ich wandle.
 
172
Leit ihn zum Schutzort,
Leit ihn zum Schutzort,
 
173
Fürm Vorm1 Nord gedeckt,
Vor’m1 Nord gedeckt,
174
Und wo dem Mittagstrahl1
Und wo dem Mittagsstrahl1
175
Ein Pappelwäldchen wehrt1.
Ein Pappelwäldchen wehet1.
176
Und kehr1 ich dann
Und kehr’1 ich dann
177
Am Abend heim
Am Abend heim
 
178
Zur Hütte,
Zur Hütte,
 
179
Vergoldet vom letzten Sonnenstrahl;
Vergoldet vom letzten Sonnenstrahl;
 
180
Laß mich empfangen so1 solch ein Weib,
Laß mich empfangen solch ein Weib,
181
Den Knaben auf dem Arm .1 !
Den Knaben auf dem Arm!