Der Zauberlehrling

»Hat der alte Hexenmeister …«

Informationen zum Text

Art des Textes
Gedicht
Titel (normiert, vorläufig)
Der Zauberlehrling
Alternativer Titel (normiert, vorläufig)
Der Zauberlehrling
Gedichtanfang (normiert, vorläufig)
»Hat der alte Hexenmeister …«
Quelle der vorläufigen Titeldaten
WA I 1,215
Kennung in der Forschungsdatenbank so:fie
93090
Kennung in der Gemeinsamen Normdatei
4435686-9

Alle Fassungen

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Der Zauberlehrling.

Synoptische Ansicht nicht verfügbar

Hat der alte Hexenmeister
Sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
Auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort' und Werke
Merkt' ich, und den Brauch,
Und mit Geistes-Stärke
Thu' ich Wunder auch.
Walle! walle!
Manche Strecke,
Daß, zum Zwecke,
Wasser fließe,
Und mit reichem, vollem Schwalle,
Zu dem Bade sich ergieße.
Und nun komm du alter Besen,
Nimm die schlechten Lumpenhüllen!
Bist schon lange Knecht gewesen,
Nun erfülle meinen Willen.
Auf zwey Beinen stehe,
Oben sey ein Kopf,
Eile nun und gehe
Mit dem Wassertopf!
Walle! walle!
Manche Strecke,
Daß, zum Zwecke,
Wasser fließe,
Und, mit reichem, vollem Schwalle,
Zu dem Bade sich ergieße.
Seht er läuft zum Ufer nieder,
Warlich ist schon an dem Flusse,
Und mit Blitzesschnelle wieder,
Ist er hier mit raschem Gusse.
Schon zum zweytenmale!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
Voll mit Wasser füllt!
Stehe stehe!
Denn wir haben
Deiner Gaben
Vollgemessen! –
Ach! ich merk' es, wehe! wehe!
Hab' ich doch das Wort vergessen!
Ach! das Wort, worauf am Ende
Er das wird was er gewesen.
Ach! er läuft und bringt behende,
Wärst du doch der alte Besen!
Immer neue Güsse
Bringt er schnell herein,
Ach! und hundert Flüsse
Stürzen auf mich ein.
Nein nicht länger
Kann ichs lassen,
Will ihn fassen.
Das ist Tücke!
Ach! nun wird mir immer bänger!
Welche Mine! welche Blicke!
O! du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh' ich über jede Schwelle
Doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen
Der nicht hören will!
Stock! der du gewesen,
Steh doch wieder still!
Willst's am Ende
Gar nicht lassen;
Will dich fassen,
Will dich halten,
Und das alte Holz behende
Mit dem scharfen Beile spalten.
Seht da kommt er schleppend wieder!
Wie ich mich nun auf dich werfe,
Gleich, o Kobold liegst du nieder,
Krachend trift die glatte Schärfe.
Warlich Wahrlich brav getroffen!
Seht er ist entzwey!
Und nun kann ich hoffen
Und ich athme frey!
Wehe! wehe!
Beyde Theile
Stehn, in Eile,
Schon als Knechte
Völlig fertig in die Höhe!
Helft mir ach! ihr hohen Mächte!
Und sie laufen! Nass und nässer
Wird's im Saal und auf den Stufen,
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister, hör' mich rufen! —
Ach! da kommt der Meister!
Herr, die Noth ist groß,
Die ich rief, die Geister
Werd' ich nun nicht los.
"In die Ecke
Besen! Besen!
Seyd's gewesen.
Denn als Geister
Ruft euch nur, zu seinem Zwecke,
Erst hervor der alte Meister."

Handschriften und Drucke

Sigle Titel Überlieferungsform
🚧 29/564,I,8, Bl. 61 Der Zauberlehrling, 🚧
🚧 68/1024 Der Zauberlehrling, 🚧
🚧 H.5a Gedichtsammlung von 1815, … revidiertes Druckexemplar
🚧 29/47, Bl. 43 Der Zauberlehrling, 🚧
🚧 H.5:2 Balladen und Romanzen, Ab … Abschrift

Kontexte

Relation Bezugsentität Quelle
verfasst von Johann Wolfgang Goethe 29/564,I,8, Bl. 61, 68/1024, H.5a, 29/47, Bl. 43, H.5:2
überliefert in 5 Handschriften 29/564,I,8, Bl. 61, 68/1024, H.5a, 29/47, Bl. 43, H.5:2
Teil von Gedichtsammlung von 1815 H.5a
Teil von Balladen und Romanzen H.5:2
Vorheriger Nachbar in der Überlieferung Die erste Walpurgisnacht H.5a, H.5:2
Nächster Nachbar in der Überlieferung Die Braut von Corinth H.5a, H.5:2