»Fromm sind wir Liebende …«

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Art des Textes
Gedicht
Titel (normiert, vorläufig)
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Gedichtanfang (normiert, vorläufig)
»Fromm sind wir Liebende …«
Quelle der vorläufigen Titeldaten
WA I 1,237
Kennung in der Forschungsdatenbank so:fie
93097

Historisch überlieferte Fassungen

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IV.

Synoptische Ansicht nicht verfügbar

Fromm sind wir Liebende, still verehren wir alle dämonen,
Wünschen uns jeglichen Gott, jegliche Göttinn geneigt.
Und so gleichen wir uns, o römische Sieger! den Göttern
Allen Völker der Welt bietet ihr Wohnungen an.
Habe sie schwarz und streng, aus altem Basalt, der Agypter,
Oder ein Grieche sie weiß, reizend, aus Mamor geformt.
Doch verdrießet es nicht die Ewigen, denn wir besonders
Weihrauch köstlicher Art Einer der Göttlichen streun.
Ja wir bekennen euch gern, es bleiben unsre Gebete,
Unser täglicher Dienst Einer besonders geweiht.
Schalkhaft, munter und ernst begehen wir feindliche Fest
Und das Schweigen geziemt allen Geweihten genau so sehr .
Eh' an die Ferse lockten wir selbst, durch gräßliche Thaten,
Und die Erinnyen her, wagten es eher des Zeus
Hartes Gericht am rollenden Rad und am Felsen zu dulden,
Als dem reizenden Dienst unser Gemüth zu entziehn.
Diese Göttinn, sie heißt Gelegenheit. lernet sie kennen,
Sie erscheinet euch oft, immer in andrer Gestalt.
Tochter des Proteus möchte sie seyn, mit Thetis gezeuget,
Deren verwandelte List manchen Heroen betrog.
So betrügt nun die Tochter den Unerfahrnen Ünierfahrnen den Blöden,
Schlummernde weckt sie stets, wachende fliegt sie vorbey;
Gerne ergiebt sie sich nun dem raschen thätig an Manne,
Dieser findet sie zahm, spielend und zärtlich und hold.
Einst erschien sie auch mir, ein bräunliches Mädchen, die Haare
fielen ihr dunkel und reich über die Stirn herab.
Kurze Locken ringelten sich ums zierliche Hälschen,
Ungeflochtenes Haar krauste vom Scheitel sich auf.
Und ich verkannte sie nicht, ergriff die Eilende, lieblich
Gab sie Umarmung und Kuß bald dir gelehrig zurück.
O wie war ich beglückt! - Doch stille, die Zeit ist vorüber,
Und umwunden bin ich, römische Flechten, von euch.

Handschriften und Drucke

Sigle Titel Überlieferungsform
🚧 H.5a Gedichtsammlung von 1815, … revidiertes Druckexemplar
🚧 H.5 Elegien. I, Abschrift Abschrift

Kontexte

Relation Bezugsentität Quelle
verfasst von Johann Wolfgang Goethe H.5a, H.5
überliefert in 2 Handschriften H.5a, H.5
Teil von Gedichtsammlung von 1815 H.5a
Teil von Elegien. I H.5
Vorheriger Nachbar in der Überlieferung Laß dich, Geliebte, nicht reun H.5a, H.5
Nächster Nachbar in der Überlieferung Froh empfind' ich mich nun H.5a, H.5