»Hörest du, Liebchen …«

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Art des Textes
Gedicht
Titel (normiert, vorläufig)
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Gedichtanfang (normiert, vorläufig)
»Hörest du, Liebchen …«
Quelle der vorläufigen Titeldaten
WA I 1,247
Kennung in der Forschungsdatenbank so:fie
93104

Historisch überlieferte Fassungen

🚧

XII

Synoptische Ansicht nicht verfügbar

Hörest du, liebchen! das muntre Geschrey den flamminischen Weg her?
Scheitter sind es, sie ziehn wieder nach Hause zurück,
Weit von hier hinweg . Sie haben dem des Römer Römers die Erndte vollendet,
der für Ceres den Kranz selber zu flechten verschmäht.
Keine Feste sind mehr der großen Göttin gewidmet,
die, statt Eicheln, zur Kaft goldenen Weizen verlieh.
Laß uns beyde das Fest im Stillen freudig begehen!
Find zwey Liebende doch sich [] versammelten Volck.
Hast du wohl je gehlrt von jener mystischen Feyer,
Die von Eleusis hierher hieher frühe dem Singer gefolgt?
Griechen stifteten sie, und immer riefen nur Griechen,
Selbst om dem Mauern von Rom Roms : "Kommt zur geheiligten Nacht!"
Und es floh der Profane, da bebte der wartende Neuling,
Die ein weißes Gewand, Zeichen der Reinheit, umgab,
Wunderlich irrte darauf der Eingeführte durch Kreise
Seltene Gestalten, im Traum schien er zu wallen; denn hier
Wanden sich Schlangen am Boden umher, verschlossen Kästchen,
Reich mit Aehren umkränzt, trugen hier Mädchen vorbey,
Vielbedeutend gebärdeten sich die Priester und summten,
Ungeduldig und bang harrte der Lehrling auf Licht.
Erst nach vielen Proben, oft wiederkehrend, erfuhr er, Erst nach mancherley Proben und Prüfungen wurd ihm enthüllet
Was der geheiligte Kreiß seltsam seltsamer in Bildern Bilder verbarg.
Und was war das Geheimniß? als daß Demeter, die große,
Sich gefällig einmal auch einem Helden bequemt,
Als sie dem Jasion einst, dem rüstigen König Kreter,
Ihres unsterblichen Leibs holdes Verborgen gegönnt.
Da war Kreta beglückt, das Hochzeitbette der Göttinn
Schwoll von Aehren und reich drückte den Acker die Saat.
Aber die übrige Welt verschmachtete, denn es versäumte
Ueber der Liebe Genuß Leres den schönen Beruf.
Voll Erstaunen vernahm der Eingeweihte das Mährchen,
Winkte der Liebsten - verstehst Verstehst du nun Geliebte den Wink?
Jene buschige Myrte beschattet ein heiliges Platzchen Plätzchen ;
Unsre Zufriedenheit bringt keine Gefährde der Welt.

Handschriften und Drucke

Sigle Titel Überlieferungsform
🚧 H.5a Gedichtsammlung von 1815, … revidiertes Druckexemplar
🚧 H.5 Elegien. I, Abschrift Abschrift

Kontexte

Relation Bezugsentität Quelle
verfasst von Johann Wolfgang Goethe H.5a, H.5
überliefert in 2 Handschriften H.5a, H.5
Teil von Gedichtsammlung von 1815 H.5a
Teil von Elegien. I H.5
Vorheriger Nachbar in der Überlieferung Euch, o Grazien H.5a, H.5
Nächster Nachbar in der Überlieferung Amor bleibet ein Schalk H.5a, H.5