»Nur wenig ist's was ich verlange …«

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Art des Textes
Gedicht
Titel (normiert, vorläufig)
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Gedichtanfang (normiert, vorläufig)
»Nur wenig ist's was ich verlange …«
Quelle der vorläufigen Titeldaten
WA I 6,156
Kennung in der Forschungsdatenbank so:fie
96225

Historisch überlieferte Fassungen

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Nur wenig ist's was ich verlange;
Weil eben alles mir gefällt,
Und dieses Wenige, wie lange,
Giebt mir gefaellig schon die Welt!
Oft sitz' ich heiter in der Schenke
Und heiter im beschränkten Haus;
Allein sobald ich dein gedenke,
Dehnt sich mein Geist erobernd aus.
Dir sollten Timurs Reiche dienen,
Gehorchen sein gebietend Heer,
Badaschan Badakschan sollte zollte dir Rubinen,
Türkisse das Hyrkanische Meer.
Getrocknet honigsüße Früchte
Von Bochara dem Sonnenland,
Und tausend liebliche Gedichte
Auf Seidenblatt von Samarkand.
Da solltest Du mit Freude lesen
Was ich von Ormus dir verschrieb,
Und wie das ganze Handelswesen
Sich nur bewegte dir zu Lieb lieb .
Wie in dem Lande der Bramanen
Viel tausend Finger sich bemuht bemüht ,
Daß alle Pracht der Indostanen
Für Dich auf Woll' und Seide blüht.
Ja, zu Verherrlichung der Lieben,
Gießbäche Soumelpours durchwühlt,
Aus Erde, Grus, Gerill, Geschieben
Dir Diamanten ausgespült.
Wie Taucherschaar verwegner Männer
Der Perle Schatz dem Golf entriß,
Darauf ein Divan scharfer Kenner
Sie dir zu Reihen dich reihen sich befliß.
Wenn nun Bassora noch das Letzte,
Gewürz und Weyrauch, beygethan beigethan ,
Bringt alles was die Welt ergetzte
Die Caravane dir heran.
Doch alle diese Kaisergüter
Verwirrten doch zuletzt den Blick;
Und wahrhaft liebende Gemüther
Eins nur im andern fühlt sein Glück.

Synoptische Ansicht nicht verfügbar

Nur wenig ist's was ich verlange,
Weil eben alles mir gefällt,
Und dieses Wenige, wie lange,
Giebt mir gefällig schon die Welt!
Oft sitz ich heiter in der Schencke
Und heiter im beschränckten Haus;
Allein sobald ich dein gedencke
Dehnt sich mein Geist erobernd aus.
Dir sollten Timurs Reiche dienen,
Gehorchen sein gebietend Heer,
Badaschan zollte dir Rubinen,
Türkiße das Hyrkanische Meer.
Getrocknet honigsüße Früchte
Von Bochara dem Sonnenland,
Und tausend liebliche Gedichte
Auf Seidenblatt von Samarkand.
Da solltest du mit Freude lesen,
Was ich von Ormus dir verschrieb,
Und wie das ganze Handelswesen
Sich nur bewegte dir zu lieb.

Handschriften und Drucke

Sigle Titel Überlieferungsform
🚧 25/W 14,2 West-östlicher Divan, Abs … Abschrift
🚧 25/W 880 🚧 🚧

Kontexte

Relation Bezugsentität Quelle
verfasst von Johann Wolfgang Goethe 25/W 14,2, 25/W 880
überliefert in 2 Handschriften 25/W 14,2, 25/W 880
Vorheriger Nachbar in der Überlieferung Komm Liebchen, komm! 25/W 14,2
Nächster Nachbar in der Überlieferung Hätt' ich irgend wohl Bedenken 25/W 14,2