Seefahrt

»Lange Tag' und Nächte …«

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»Lange Tag' und Nächte …«
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WA I 2,72
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93397
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4689387-8

Fassungen aus dem Bereich »Texte«

Seefahrt

Lange Tag’ und Nächte stand mein Schiff befrachtet,

Günst’ger Winde harrend, saß mit treuen Freunden,

Mir Geduld und guten Muth erzechend,

Ich im Hafen.

Und sie waren doppelt ungeduldig:

Gerne gönnen wir die schnellste Reise,

Gern die hohe Fahrt dir; Güterfülle

Wartet drüben in den Welten deiner,

Wird Rückkehrendem in unsern Armen

Lieb’ und Preis dir.

Und am frühen Morgen ward’s Getümmel,

Und dem Schlaf entjauchzt uns der Matrose,

Alles wimmelt, alles lebet, webet,

Mit dem ersten Segenshauch zu schiffen.

Und die Segel blühen in dem Hauche,

Und die Sonne lockt mit Feuerliebe,

Ziehn die Segel, ziehn die hohen Wolken,

Jauchzen an dem Ufer alle Freunde

Hoffnungslieder nach, im Freudetaumel

Reisefreuden wähnend, wie des Einschiffmorgens,

Wie der ersten hohen Sternennächte.

Aber gottgesandte Wechselwinde treiben

Seitwärts ihn der vorgesteckten Fahrt ab,

Und er scheint sich ihnen hinzugeben,

Strebet leise sie zu überlisten,

Treu dem Zweck auch auf dem schiefen Wege.

Aber aus der dumpfen, grauen Ferne

Kündet leisewandelnd sich der Sturm an,

Drückt die Vögel nieder auf’s Gewässer,

Drückt der Menschen schwellend Herz darnieder,

Und er kommt. Vor seinem starren Wüthen,

Streckt der Schiffer klug die Segel nieder;

Mit dem angsterfüllten Balle spielen

Wind und Wellen.

Und an jenem Ufer drüben stehen

Freund’ und Lieben, beben auf dem Festen:

Ach warum ist er nicht hier geblieben!

Ach der Sturm! Verschlagen weg vom Glücke!

Soll der Gute so zu Grunde gehen?

Ach er sollte, ach er könnte! Götter!

Doch er stehet männlich an dem Steuer;

Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen;

Wind und Wellen nicht mit seinem Herzen:

Herrschend blickt er auf die grimme Tiefe,

Und vertrauet, scheiternd oder landend,

Seinen Göttern.

Historisch überlieferte Fassungen

🚧
🚧
Tagelang, Nächtelang stand mein Schiff befrachtet.
Günstiger Winde harrend saß, mit treuen Freunden.
Mir Geduld und guten Muth erzechend,
Ich im Hafen.
Und sie wurden mit mir ungeduldig:
Gern gönnen wir die schnellste Reise,
Gern die hohe Fahrt dir. Güterfülle
Wartet drüben in den Welten deiner,
Wird rückfahrendem in unsern Armen
Lieb und Preiß dir.
Und am frühen Morgen wards Getümmel,
Und dem Schlaf entjauchzt uns der Matrose;
Alles wimmelt, alles lebet, webet,
Mit dem ersten Seegenshauch zu schiffen.
Und die Segel blühen in dem Hauche
Und die Sonne lokt mit Feuerliebe.
Ziehn die Segel, ziehn die hohen Wolken,
Jauchzen an dem Ufer alle Freunde,
Hofnungslieder nach, im Freudetaumel,
Reisefreude wähnend, wie des Einschiffmorgens,
Wie der ersten hohen Sternennächte.
Aber aus der dumpfen grauen Ferne
Kündet leise wandelnd sich der Sturm an
Drückt die Vögel nieder aufs Gewässer,
Druckt der Menschen schwellend Herze nieder.
Und er kommt. Vor seinem starren Wüthen
Streicht der Schiffer weis die Segel nieder.
Mit dem Angsterfüllten Balle spielen
Wind und Wellen.
Aber aus der dumpfen grauen Ferne
Kündet
Und an jenem Ufer drüben stehen
Freund und Lieben, beben auf dem Festen:
Ach, warum ist er nicht hier geblieben
Ach der Sturm! Verschlagen weg vom Glücke!
Soll der Gute so zu Grunde gehen!
Ach, er sollte – ach, er könnte - Götter!
Doch er stehet männlich an dem Steuer:
Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen,
Wind und Wellen nicht mit seinem Herzen,
Herrschend blickt er in die grimme Tiefe
Und vertrauet landend oder scheiternd
Seinen Göttern.

G. den 11ten Sept. 1776

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Tagelang, Nächtelang stand mein Schiff befrachtet;
Günstiger Winde harrend, saß mit treuen Freunden,
Mir Geduld und guten Mut erzechend,
Ich im Hafen.
Und sie wurden mit mir ungeduldig:
„Gerne gönnen wir die schnellste Reise,
Gern die hohe Fahrt dir. Güterfülle
Wartet drüben in den Welten deiner,
Wird rückfahrendem in unsern Armen
Lieb’ und Preis dir.“
Und am frühen Morgen ward’s Getümmel,
Und dem Schlaf entjauchzt’ uns der Matrose;
Alles wimmelt, alles lebet, webet,
Mit dem ersten Segenshauch zu schiffen.
Und die Segel blühen in dem Hauche
Und die Sonne lockt mit Feuerliebe;
Ziehn die Segel, ziehn die hohen Wolken,
Jauchzen an dem Ufer alle Freunde
Hoffnungslieder noch im Freudetaumel,
Reisefreuden wähnend, wie des Einschiffmorgens,
Wie der ersten hohen Sternennächte.
Aber aus der dumpfen grauen Ferne
Kündet leisewandelnd sich der Sturm an,
Drückt die Vögel nieder aufs Gewässer,
Drückt der Menschen schwellend Herze nieder.
Und er kömmt. Vor seinem starren Wüten
Streicht der Schiffer weis die Segel nieder.
Mit dem angsterfüllten Balle spielen
Wind und Wellen.
Und an jenem Ufer drüben stehen
Freund’ und Lieben, beben auf dem Festen:
"Ach! warum ist er nicht hier geblieben?
Ach der Sturm! Verschlagen weg vom Glücke!
Soll der Gute so zu Grunde gehen?
Ach! er sollte – ach! er könnte – Götter!"
Doch er stehet männlich an dem Steuer.
Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen,
Wind und Wellen nicht mit seinem Herzen!
Herrschend blickt er in die grimme Tiefe,
Und vertrauet landend oder scheiternd
Seinen Göttern.
Taglang Nachtlang stand mein Schiff befrachtet.
Günstger Winde harrend sas mit treuen Freunden.
Mir Geduld und guten Muth erzechend
Ich im Hafen.
Und sie wurden mit mir ungeduldig:
Gerne gönnen wir die schnellste Reise
Gern die hohe Fahrt dir. Güter-Fülle
Wartet drüben in den Welten deiner,
Wird rükkehrendem in unsern Armen
Lieb und Preis dir.
Und am frühen Morgen wards Getümmel
Und dem Schlaf entiauchzt uns der Matrose;
Alles wimmelt alles lebet webet,
Mit dem ersten Seegenshauch zu schiffen.
Und die Segel blühen in dem Hauche.
Und die Sonne lokt mit Feuerliebe.
Ziehn die Segel, ziehn die hohen Wolken.
Jauchzen an dem Ufer alle Freunde
Hofnungslieder nach im Freudentaumel Freudetaumel ,
Reisefreude wähnend wie des Einschiffsmorgen Einschiffmorgens
Wie der ersten hohen Sternennächte.
Aber Gottgesanndte Wechselwinde treiben
Seitwärts ihn der vorgestekten Fahrt ab,
Und er scheint sich ihnen hinzugeben,
Strebet leise sie zu überlisten
Treu dem Zwek, auch auf dem schiefen Weege.
Aber aus der dumpfen grauen Ferne
Kündet leisewandelnd sich der Sturm an,
Drükt die Vögel nieder aufs Gewäßer
Drükt der Menschen schwellend Herze nieder.
Und er kommt. Vor seinem starren Wüthen
Streicht der Schiffer weis die Segel nieder.
Mit dem angsterfüllten Ballen Balle spielen
Wind und Wellen.
Und an ienem Ufer drüben stehen
Freund und Lieben, beben auf dem Festen:
Ach warum ist er nicht hier geblieben!
Ach der Sturm! Verschlagen weg vom Glüke!
Soll der Gute so zu Grunde gehen!
Ach er sollte! Ach er könnte! Götter!
Doch er stehet mannlich an dem Steuer.
Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen;
Wind und Wellen nicht mit seinem Herzen.
Herrschend blikt er in die grimme Tiefe
Und vertrauet landend oder scheiternd
Seinen Göttern.
Tagelang, Nächtelang stand mein Schiff befrachtet;
Günstiger Winde harrend saß, mit treuen Freunden
Mir Geduld und guten Muth erzechend,
Ich im Hafen.
Und sie wurden mit mir ungeduldig:
“Gern gönnen wir die schnellste Reise,
Gern die hohe Fahrt dir. Güterfülle
Wartet drüben in den Welten deiner;
Wird rükfahrendem in unsern Armen
Lieb‘ und Preiß dir“.
Und am frühen Morgen wards Getümmel,
Und dem Schlaf entjauchzt uns der Matrose;
Alles wimmelt, alles lebet, webet,
Mit dem ersten Segenshauch zu schiffen.
Und die Segel blühen in dem Hauche,
Und die Sonne lockt mit Feuerliebe.
Ziehn die Segel, ziehn die hohen Wolken,
Jauchtzen an dem Ufer alle Freunde
Hofnungslieder nach im Freude-Taumel,
Reise-Freuden wähnend wie des Einschiff Morgens,
Wie der ersten hohen Sternennächte.
Aber aus der dumpfen grauen Ferne
Kündet leise wandelnd sich der Sturm an,
Drükt die Vögel nieder aufs Gewässer,
Drükt der Menschen schwellend Herze nieder.
Und er kommt. Vor seinem starren Wüthen
Streicht der Schiffer weis die Segel nieder.
Mit dem Angsterfüllten Balle spielen
Wind und Wellen.
Und an jenem Ufer drüben stehen
Freund und Lieben, beben auf dem Festen:
Ach! warum ist Er nicht hier geblieben!
Ach der Sturm! Verschlagen weg vom Glüke!
Soll der Gute so zu grunde gehen?
Ach, er sollte – ach, er könnte - Götter!
Doch er stehet männlich an dem Steuer:
Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen,
Wind und Wellen nicht mit seinem Herzen!
Herrschend blickt er in die grimme Tiefe,
Und vertrauet landend oder scheiternd
Seinen Göttern.
Tage lang, Nächte lang stand mein Schiff befrachtet,
Gütiger Winde harrend, saß mit treüen Freünden
Mir Geduld und guten Muth verzehrend
Ich im Hafen.
Und sie wurden mit mir ungeduldig:
Gerne gönnen wir die schnelste Reise
Gern die hohe Fahrt dir. Güterfülle
Wartet drüben in den Welten deiner,
Wird rückfahrendem in unsern Armen
Lieb und Preiß dir.
Und am frühen Morgen ward's Getummel
Und dem Schlaf entjauchzt entjauchtzt uns der Matrose;
Alles wimmelt, alles lebet, webet,
Mit dem ersten Segenshauch zu schiffen.
Und die Segel blühen in dem Hauche,
Und die Sonne lokt mit Feüer liebe;
Ziehn die Segel, ziehn die hohen Wolken,
Jauchzen an dem Ufer alle Freunde
Hofnungs lieder nach im Freüdentaumel
Reise freuden wähnend wie des Einschiffs Morgens
Wie der ersten hohen Sternen Nächte.
Aber aus der dumpfen grauen Ferne
Kündet leise wandelnd sich der Sturm an
Druckt die Vögel nieder aufs Gewässer,
Druckt der Menschen schwellend Herze nieder,
Und er komt. Vor seinem starren Wüthen,
Streicht der Schiffer weis' die Segel nieder,
Mit dem angstgefülten Balle spielen
Wind und Wellen.
Und an jenem Ufer drüben stehen
Freünd und Lieben, beben auf dem Festen:
Ach! warum ist Er nicht hier geblieben,
Ach der Sturm! Verschlagen weg vom Glücke!
Soll der gute so zu Grunde gehen?
Ach, er sollte – ach, er könnte - Götter!
Doch er stehet mänlich an dem Steüer:
Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen,
Wind und Wellen nicht mit seinem Herzen!
Herrschend blickt er in die grimme Tiefe,
Und vertrauet landend oder scheiternd
Seinen Göttern.
Tag lang Nächte lang stand mein Schiff befrachtet,
Günstger Winde harrend sas mit treuen Freunden
Mir Geduld und guten Muth erzechend
Ich im Hafen.
Und sie wurden mit mir ungedultig
Gerne gönnen wir die schnellste Reise
Gern die hohe Fahrt dir. Güterfülle
Wartet drüben in den Welten deiner
Wird rückkehrendem in unsern Armen
Lieb und Preis dir.
Und am frühen Morgen wards Getümmel
Und dem Schlaf entiauchzt uns der Matrose
Alles wimmelt alles lebet webet
Mit dem ersten Seegenshauch zu schiffen.
Und die Seegel blühen in dem Hauche
Und die Sonne lockt mit Feuerliebe.
Ziehn die Seegel, ziehn die hohen Wolcken.
Jauchzen an dem Ufer alle Freunde
Hoffnungslieder nach im Freudetaumel
Reisefreuden wähnend wie des Einschiffmorgens
Wie der ersten hohen Sternennächte.
Aber Gottgesandte Wechselwinde treiben
Seitwärts ihn der vorgesteckten Fahrt ab
Und er scheint sich ihnen hinzugeben
Strebet leise sie zu überlisten,
Treu dem Zweck auch auf dem schiefen Weege.
Aber aus der dumpfen grauen Ferne
Kündet leise wandelnd sich der Sturm an
Drückt die Vögel nieder auf's Gewässer
Drückt der Menschen schwellend Herze nieder.
Und er kommt. Vor seinem starren Wüthen,
streckt Streckt der Schiffer weis die Seegel nieder,
Mit dem Angsterfüllten angsterfüllten Balle spielen
Wind und Wellen.
Und an ienem Ufer drüben stehen
Freund und lieben, beben auf dem Festen:
Ach warum ist er nicht hiergeblieben
Ach der Sturm! Verschlagen weg vom Glücke!
Soll der Gute so zu Grunde gehen?
Ach er sollte! Ach er könnte! Götter!
Doch er stehet mannlich an dem Steuer
Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen
Wind und Wellen nicht mit seinem Herzen.
Herrschend blickt er auf die grimme Tiefe,
Und vertrauet scheiternd oder landend
Seinen Göttern.
Lange Tag’ und Nächte stand mein Schiffbefrachtet,
Günst’ger Winde harrend, saß mit treuenFreunden,
Mir Geduld und guten Muth erzechend,
Ich im Hafen.
Und sie waren doppelt ungeduldig:
Gerne gönnen wir die schnellste Reise,
Gern die hohe Fahrt dir; Güterfülle
Wartet drüben in den Welten deiner,
Wird Rückkehrendem in unsern Armen
Lieb’ und Preis dir.
Und am frühen Morgen ward’s Getümmel,
Und dem Schlaf entjauchzt uns der Matrose,
Alles wimmelt, alles lebet, webet,
Mit dem ersten Segenshauch zu schiffen.
Und die Segel blühen in dem Hauche,
Und die Sonne lockt mit Feuerliebe,
Ziehn die Segel, ziehn die hohen Wolken,
Jauchzen an dem Ufer alle Freunde
Hoffnungslieder nach, im Freudetaumel
Reisefreuden wähnend, wie des Einschiffmorgens,
Wie der ersten hohen Sternennächte.
Aber gottgesandte Wechselwinde treiben
Seitwärts ihn der vorgesteckten Fahrt ab,
Und er scheint sich ihnen hinzugeben,
Strebet leise sie zu überlisten,
Treu dem Zweck auch auf dem schiefen Wege.
Aber aus der dumpfen, grauen Ferne
Kündet leisewandelnd sich der Sturm an,
Drückt die Vögel nieder auf’s Gewässer,
Drückt der Menschen schwellend Herz darnieder,
Und er kommt. Vor seinem starren Wüthen,
Streckt der Schiffer klug die Segel nieder;
Mit dem angsterfüllten Balle spielen
Wind und Wellen.
Und an jenem Ufer drüben stehen
Freund’ und Lieben, beben auf dem Festen:
Ach warum ist er nicht hier geblieben!
Ach der Sturm! Verschlagen weg vom Glücke!
Soll der Gute so zu Grunde gehen?
Ach er sollte, ach er könnte! Götter!
Doch er stehet männlich an dem Steuer;
Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen;
Wind und Wellen nicht mit seinem Herzen:
Herrschend blickt er auf die grimme Tiefe,
Und vertrauet, scheiternd oder landend,
Seinen Göttern.
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Tage lang - Nächte lang stand mein Schiff befrachtet -
Günstige Winde harrend, sass mit treuen Freunden
Mir Geduld und guten Mut erzechent erzechend
Ich im Hafen.
Und sie wurden mit mir ungedultig,
Gern gonnen wir die schnellste Reise
Gern die hohe Farth dir – Götter Fülle
Wartet drüben in den Welten deiner.
Wird rükfahrenden in unsern Armen
Lieb und Preiss dir -
Und an am frühen Morgen wards Getümmel,
Und den Schlaf entjauchzt uns der Matrose Matrosse
Alles wimmelt, alles lebet, webet
Mit dem ersten Seegens Hauch zu schiffen,
Und die Seegel blähen in dem Hauche,
Und die Sonne lockt mit Feuer Liebe.
Ziehn die Seegel - ziehn die hohen Wolken
Jauchtzen an dem Ufer alle Freunde
Hofnungs Lieder nach, im Freude Taumel
Reise Freuden wähnend, wie des einschifmorgens
Wie der ersten hohen Sternen Nächte.
Aber aus der dumpfengrauen Ferne
Kündet leiss wandlend sich der Sturm an
Drükt die Segel nieder aufs Gewässer
Drükt der Menschen schwellend Herze nieder,
Und er kommt. Vor seinem starren Wüthen
Streicht der Schiffer weiss die Segel nieder
Mit dem Angst erfüllten Balle spielten
Wind und Wellen.
Und an jenem Ufer drüben stehen
Freund und Lieben, beben auf dem Festen
Ach! warum ist er nicht hier geblieben!
Ach der Sturm! verschlagen weg vom Glücke
Soll der Gute so zu grunde gehen?
Ach er sollte - ach er konnte - Götter!
Doch er steht Männlich an dem Steuer
Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen
Wind und Wellen nicht mit seinem Herzen
Herschend blickt er in die grüne Tiefe -
Und vertrauet landend – oder scheiternd -
Seinen Göttern.
Lange Tag' und Nächte stand mein Schiff befrachtet
Günstger Winde harrend, saß mit treuen Freunden
Mir Geduld und guten Muth erzechend
Ich im Hafen.
Und sie waren doppelt ungedultig:
Gerne gönnen wir die schnellste Reise
Gern die hohe Fahrt dir; Güterfülle
Wartet drüben in den Welten deiner,
Wird rückkehrendem in unsern Armen
Lieb und Preis dir.
Und am frühen Morgen wards Getümmel
Und dem Schlaf entjauchzt uns der Matrose,
Alles wimmelt alles lebet, webet
Mit dem ersten Segenshauch zu schiffen.
Und die Segel blühen in dem Hauche
Und die Sonne lockt mit Feuerliebe
Ziehn die Segel, ziehn die hohen Wolcken
Jauchzen an dem Ufer alle Freunde
Hoffnunglieder nach, im Freudetaumel
Reisefreuden wähnend wie des Einschiffmorgens,
Wie der ersten hohen Sternennächte.
Aber gottgesandte Wechselwinde treiben
Seitwärts ihn der vorgesteckten Fahrt ab,
Und er scheint sich ihnen hinzugeben
Strebet leise sie zu überlisten
Treu dem Zweck auch auf dem schiefen Wege.
Aber aus der dumpfen grauen Ferne
Kündet leisewandelnd sich der Sturm an,
Drückt die Vögel nieder aufs Gewässer,
Drückt der Menschen schwellend Herz darnieder,
Und er kommt. Vor seinem starren Wüthen
Streckt der Schiffer klug die Segel nieder;
Mit dem angsterfüllten Balle spielen
Wind und Wellen.
Und an jenem Ufer drüben stehen
Freund und Lieben, beben auf dem Festen:
Ach warum ist er nicht hier geblieben!
Ach der Sturm! Verschlagen weg vom Glücke!
Soll der Gute so zu Grunde gehen?
Ach er sollte, ach er könnte! Götter!
Doch er stehet männlich an dem Steuer;
Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen
Wind und Wellen, nicht mit seinem Herzen:
Herrschend blickt er auf die grimme Tiefe
Und vertrauet, scheiternd oder landend,
Seinen Göttern.
Taglang, Nächtelang stand mein Schif befrachtet
günstger Winde harrend saß mit treuen Freunden
mir Geduld und guten Muth erzechend
ich im Hafen.
Und sie wurden mit mir ungeduldig
"Gerne gönnen wir die schnellste Reise
Gern die hohe Fahrt dir – Güterfülle
wartet drüber in den Welten deiner
Wird rückkehrendem in unsern Armen
Lieb' und Preis dir."
Und am frühen Morgen wards Getümmel
und dem Schlaf entjauchzt uns der Matrose
Alles wimmelt, alles lebet, webet
mit dem ersten Segenshauch zu schiffen.
Und die Segel blühen in dem Hauche
Und die Sonne lockt mit Feuerliebe,
ziehn die Segel, ziehn die hohen Wolcken
Jauchzen an dem Ufer alle Freunde
Hoffnungslieder nach im Freudetaumel
Reisefreuden wähnend wie des Einschifmorgens
wie der ersten hohen Sternennächte.
Aber Gottgesandte Wechselwinde treiben
Seitwärts ihn der vorgesteckten Fahrt ab
und er scheint sich ihnen hinzugeben
strebet leise sie zu überlisten
Treu dem Zweck auch auf dem schiefen Wege.
Aber aus der dumpfen grauen Ferne
Kündet leisewandelnd sich der Sturm an
Drückt die Vögel nieder aufs Gewässer
Drückt der Menschen schwellend Herze nieder
Und er kommt. Vor seinem starren Wüten
streckt der Schiffer weiß die Segel nieder,
Mit dem Angsterfüllten Balle spielen
Wind und Wellen.
Und an jenem Ufer drüben stehen
Freund und Lieben, beben auf dem Festen:
"Ach warum ist er nicht hier geblieben
Ach der Sturm! verschlagen weg vom Glücke!
Soll der Gute so zu grunde gehen?
Ach er sollte! Ach er Könnte! Götter"
Doch er stehet männlich an dem Steuer
mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen
Wind und Wellen nicht mit seinem Herzen
herrschend blickt er auf die grimme Tiefe
und vertrauet scheiternd oder landend
seinen Göttern.

Handschriften und Drucke

Sigle Titel Überlieferungsform
🚧 H.5b Gedichtsammlung von 1815, … revidiertes Druckexemplar
🚧 H.27a Gedichtsammlung, Abschrif … Abschrift
🚧 H.79d Seefahrt (V. 1-21, 27-46) … Abschrift
🚧 Hagen-Nr. 554 🚧 Druck
🚧 H.79a Seefahrt … Abschrift
🚧 H.79e Seefahrt, Abschrift Abschrift
🚧 H.79b Seefahrt, Abschrift Johan … Abschrift
🚧 H.2 Erste Weimarer Gedichtsam … Reinschrift
🚧 S 8 Goethe’s Schriften. Achte … Druck
🚧 H.79c Seefahrt, … Abschrift
🚧 H.10:2 Sammlung von Gedichten un … Abschriften
🚧 H.4 Vermischte Gedichte, … Reinschrift
🚧 H.20 Gedichtsammlung (Sammelha … Gedichtsammlung (Sammelhandschrift)

Kontexte

Relation Bezugsentität Quelle
verfasst von Johann Wolfgang Goethe H.5b, H.27a, H.79d, H.79a, H.79e, H.79b, H.2, H.79c, H.10:2, H.4, H.20 , Hagen-Nr. 554, S 8
hat Bezug zu Wielands, Merck H.79d
hat Bezug zu J. H. Merck H.79c
datiert auf 11. September 1776 Brüning/Henke 2025
überliefert in 11 Handschriften H.5b, H.27a, H.79d, H.79a, H.79e, H.79b, H.2, H.79c, H.10:2, H.4, H.20
überliefert in 2 Drucken Hagen-Nr. 554, S 8
Teil von Gedichtsammlung von 1815 H.5b
Teil von Vermischte Gedichte, Zweyte Sammlung H.4
Vorheriger Nachbar in der Überlieferung Wandrers Sturmlied H.5b
Vorheriger Nachbar in der Überlieferung Königlich Gebet H.27a, H.2
Vorheriger Nachbar in der Überlieferung An Schwager Kronos S 8, H.4
Vorheriger Nachbar in der Überlieferung Bundeslied H.10:2
Vorheriger Nachbar in der Überlieferung Vom Berge H.20
Nächster Nachbar in der Überlieferung Adler und Taube H.5b, S 8, H.4
Nächster Nachbar in der Überlieferung Der Wandrer H.27a, H.2
Nächster Nachbar in der Überlieferung Liebebedürfniß H.10:2
Nächster Nachbar in der Überlieferung Monolog des Liebhabers H.20