Der Becher

»Einen wohlgeschnitzten vollen Becher …«

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Der Becher
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»Einen wohlgeschnitzten vollen Becher …«
Quelle der vorläufigen Titeldaten
WA I 2,106
Kennung in der Forschungsdatenbank so:fie
93411

Fassungen aus dem Bereich »Texte«

Der Becher

Einen wohlgeschnitzten vollen Becher

Hielt ich drückend in den beyden Händen,

Sog begierig süßen Wein vom Rande,

Gram und Sorg’ auf Einmal zu vertrinken.

Amor trat herein und fand mich sitzen,

Und er lächelte bescheidenweise,

Als den Unverständigen bedauernd.

„Freund, ich kenn’ ein schöneres Gefäße,

Werth die ganze Seele drein zu senken;

Was gelobst du, wenn ich dir es gönne,

Es mit anderm Nektar dir erfülle?“

O wie freundlich hat er Wort gehalten,

Da er, Lida, dich mit sanfter Neigung

Mir, dem lange sehnenden, geeignet!

Wenn ich deinen lieben Leib umfasse,

Und von deinen einzig treuen Lippen

Langbewahrter Liebe Balsam koste,

Selig sprech’ ich dann zu meinem Geiste:

Nein, ein solch Gefäß hat außer Amorn

Nie ein Gott gebildet noch besessen!

Solche Formen treibet nicht Vulcanus

Mit den sinnbegabten, feinen Hämmern!

Auf belaubten Hügeln mag Lyäus

Durch die ältste, klügste seiner Faunen

Ausgesuchte Trauben keltern lassen,

Selbst geheimnißvoller Gährung vorstehn:

Solchen Trank verschafft ihm keine Sorgfalt!

Historisch überlieferte Fassungen

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Einen wohlgeschnitzten vollen Becher
Hielt ich drückend in den beyden Händen,
Amor trat herein und fand mich sitzen
Und er lächelte bescheiden weise
Als den unverstaendigen bedaurend.
Freund ich kenn ein schoeneres Gefaese
Werth die ganze Seele drein zu senken
Wenn ich dir es goennte
Es mit eignem Nectar dir erfüllte.
O wie reichlich hat er Wort gehalten
Als er Lyda dich die vielbegehrte
Mir dem lange sehnenden geeignet.
Wenn ich deinen lieben Leib umfasse
Und von deinen einzig treuen Lippen
Langbewahrter Liebe Balsam koste
Seelig sprech ich dann zu meinem Geiste:
Nein! ein solch Gefaes hat ausser Amorn
Nie ein Gott gebildet noch beseßen
Solche Formen treibet nicht Vulcanus
Mit den sinnbegabten feinen Hammern
Auf besonnten Hügeln mag Lyaeus
Durch die aeltste klügste seiner Faunen
Auserlesne Trauben keltern laßen
Solchen Trank verschafft ihm keine Sorgfalt.

aus dem Griechischem

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Einen wohlgeschnizten vollen Becher, hielt ich drückend in den beidenHänden
Sog begierig süßen Wein vom Rande. Amor trat herein undfand mich sitzen.
Und er lächelte bescheiden weise, als den Unverständigen be-dauernd.
"Freund ich kenn' ein schöneres Gefäße werth die ganze Seeledrein zu senken,
Was gelobst du, wenn ich es dir gönn, es mit andern Nektardir erfülle?
O wie freundlich hat er Wort gehalten, da er Lida dicht, mitsanfter Leitung,
Mir dem lange Sehenden geeignet. Wenn ich deine liebenHüften halte
Und von deinen einzig' treuen Lippen lang bewährterLiebe bahlsam koste,
Seelig sprech' ich dann zu meinen Geiste: nein ein solchGefäß hat außer Amorn
Nie ein Gott gebildet noch beseßen. Solche Formen treibet nichts nicht Vulkanus
Mit den Sinnbegabten steinern Hämmern. Auf belaubtenHügeln mag Lyäus
Durch die ält'sten klügsten seiner Faunen ausgesuchteTrauben keltern laßen
Selbst geheimnißvoller Gährung vorstehe, solchen Trankverschaft ihm keine Sorgfalt.
(w)enn ich dir es gonne
(..) mit andrem Nektar es erfülle
Einen wohlgeschnitzten ... Becher
Hielt ich drückend in den beiden Händen
Sog begierig süssen Wein vom Rande
Amor trat herein und fand mich sitzen
Und er lächelte bescheiden-weise,
als den Unverständigen bedaurend
"Freund, ich kenn ein schöneres Gefässe
werth, die ganze Seele drein zu senken;
was gelobst du, wenn ich dir es gönne
es mit anderm Nektar dir erfülle?"
O wie freundlich hat er Wortgehalten,
Da er Lyda dich mit sanfter Leitung
mir dem lange-sehnenden geeignet.
Wenn ich deine liebe Hüfte halte
und von deinen einzigtreuen Lippen
lang bewahrter Liebe Balsam koste
selig sprech ich denn zu meinem Geiste:
Nein ein solch Gefäß hat außer Amorn
nie ein Gott gebildet, noch besessen.
Solche Formen treibet nicht Vulkanus
mit den Sinnbegabten feinen Hämmern.
Auf belaubten Hügeln mag Lyäus
Durch die ältsten klügsten seiner Faunen
ausgesuchte Trauben keltern lassen,
Selbst Geheimnißvoller Gährung vorstehn
Solchen Trank verschafft ihm keine Sorgfalt.

aus dem Griechischen.

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Einen wohlgeschnizten vollen Becher
Hielt‘ ich drükend in den beiden Händen
Sog begierig süßen Wein vom Rande.
Amor trat herein und fand mich sizen.
Und er lächelte bescheiden weise,
Als den Unverständigen bedaurend.
"Freund, ich kenn' ein schöneres Gefäße
“Werth die ganze Seele drein zu senken,
“Was gelobst du, wenn ich dir es gönne,
“Es mit anderm Nektar dir erfülle?“
O wie freundlich hat er Wort gehalten,
Da er Lida dich, mit sanfter Leitung,
Mir dem lange sehnenden geeignet.
Wenn ich deine lieben Hüfte halte
Und von deinen einzig' treuen Lippen
Lang bewahrter bewährter Liebe Balsam koste,
Seelig sprech' ich dann zu meinem Geiste:
Nein ein solch Gefäß hat außer Amorn
Nie ein Gott gebildet noch besessen.
Solche Formen treibet nicht Vulkanus
Mit den sinnbegabten feinen Hämmern.
Auf belaubten Hügelm mag Lyäus
Durch die ält'sten klügsten seiner Faunen
Ausgesuchte Trauben keltern laßen
Selbst geheimnißvoller Gährung vorstehn,
Solchen Trank verschafft ihn keine Sorgfalt.

Aus dem Griechischem.

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Einen wohlgeschnitzen vollen Becher
Hielt' ich drückend in den beyden Händen
Sog begierig süßen Wein vom Rande:
Amor trat herein und fand mich sitzen.
Und er lächelte bescheiden weise,
Als den Unverständigen bedauernd.
"Freund ich kann ein schöneres Gefäße
Werth die ganze Seele drein zu funken,
Was glaubst du, wenn ich dir es gönne:
Es mit anderm Necktar dir erfülle."
O wie freundlich hat er Wort gehalten
Da er Lude dich, mit sanfter Leitung,
Mir dem lange Sehernden geignet.
Wenn ich deine lieben Hüften halte
Und von deinen einzig treuen Lippen
Lang bewahrter Liebe balsam koste,
Seelig sprech' ich dann zu meinem Geiste:
Nein, ein solch Gefäß hat außer Armore
Mir ein Gott gebildet noch beseßen.
Solche Formen treibet nicht Vulkanus
Mit den feinbegabten seinen Hämmern.
Auch belaubten Hügeln mag Lyäus
Durch die ält'sten klügsten seiner Faunen
Ausgesuchte Trauben keltern laßen
Selbst geheimnisvolle Gährung vorstehn
Solchen Trank verschaft ihm keine Sorgfalt.
Einen wohlgeschnitzten vollen Becher
Hielt ich drückend in den beyden Händen,
Sog begierig süßen Wein vom Rande,
Gram und Sorg’ auf Einmal zu vertrinken.
Amor trat herein und fand mich sitzen,
Und er lächelte bescheidenweise,
Als den Unverständigen bedauernd.
„Freund, ich kenn’ ein schöneres Gefäße,
„Werth die ganze Seele drein zu senken;
„Was gelobst du, wenn ich dir es gönne,
„Es mit anderm Nektar dir erfülle?“
O wie freundlich hat er Wort gehalten,
Da er, Lida, dich mit sanfter Neigung
Mir, dem lange sehnenden, geeignet!
Wenn ich deinen lieben Leib umfasse,
Und von deinen einzig treuen Lippen
Langbewahrter Liebe Balsam koste,
Selig sprech’ ich dann zu meinem Geiste:
Nein, ein solch Gefäß hat außer Amorn
Nie ein Gott gebildet noch besessen!
Solche Formen treibet nicht Vulcanus
Mit den sinnbegabten, feinen Hämmern!
Auf belaubten Hügeln mag Lyäus
Durch die ältste, klügste seiner Faunen
Ausgesuchte Trauben keltern lassen,
Selbst geheimnißvoller Gährung vorstehn:
Solchen Trank verschafft ihm keine Sorgfalt!

Aus dem Griegischen.

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Einen wohlgeschnitzten Becher
Hielt‘ ich drückend in den beyden Händen,
Sog begierig süssen Wein vom Rande.
Amor trat herein und fand mich sitzen.
Und er bescheiden weise,
Als den Unverständigen bedaurend.
"Freund, ich kenn ein schöneres Gefäße
“Werth die ganze Seele drein zu senken,
“Was gelobst du wenn ich dir es gönne,
“Es mit andern Necktar dir erfülle?“
O wie freundlich hat er Wort gehalten,
Da er Lyda dich, mit sanfter Leitung,
Mir dem lange sehnenden geeignet.
Wenn ich deine lieben Hüfte halte
Und von deinen einzig treuen Lippen
Lang bewahrter Liebe Balsam koste,
Seelig sprech ich dann zu meinem Geiste:
Nein, ein solch Gefäß hat ausser Amorn
Nie ein Gott gebildet noch besessen.
Solche Formen treibet nicht Vulkanus
Mit den Sinn begabten feinen Hämmern.
Auf belaubten Hügelm mag Lyäus
Durch die ältsten klügsten seiner Faunen
Ausgesuchte Trauben keltern lassen,
Selbst geheimnissvoller Gährung vorstehn,
Solchen Trank verschafft ihn keine Sorgfalt.

Aus dem Griechischen.

Zur synoptischen Ansicht wechseln

Einen wohlgeformten vollen Becher
Hielt ich drückend in den beyden Händen
Sog begierig süßen Wein vom Rande.
Anor trat herein und fand mich sizen.
Und er lächelte bescheiden weise,
Als den Unverständigen bedauernd.
"Freund ich kenn' ein schönes Gefäße
"Werth die ganze Seele drein zu sencken,
"Was gelobst du, wenn ich dir es gönne,
"Es mit andern Nektar dir erfülle?
O wie freundlich hat er Wort gefallen,
Da er Lida dich, mit sanfter Leitung
Mir dem lange Sehnenden geignet.
Wenn ich deine lieben Hüften halte
Und von deinen einzig treuen Lippen
Lang bewahrter Liebe Balsam koste,
Seelig sprech' ich dann zu meinem Geiste:
Nein ein solch Gefäß hat außer Amorn
Nie ein Gott gebildet noch beseßen.
Solche Formen treibet nicht Vulkanus
Mit den sinnbegabten feinen Hämmern.
Auf belaubten Hügeln mag Lyaus
Durch die ältsten klügsten seiner Frauen
Ausgesuchte Trauben keltern laßen
Selbst geheimniß voller Gährung vorstehn,
Solchen Tranck verschafft ihm keine Sorgfalt.
Einen wohlgeschnitzten vollen Becher
Hielt ich drückend in den beyden Händen,
Sog begierig süßen Wein vom Rande,
Gram und Sorg' auf einmal zu vertrincken.
Amor trat herein und fand mich sitzen,
Und er lächelte bescheiden weise bescheidenweise
Als den unverständigen bedaurend.
"Freund, ich kenn ein schöneres Gefäße
Werth die ganze Seele drein zu sencken;
Was gelobst du, wenn ich dir es gönne,
Es mit anderm Necktar dir erfülle?
O wie freundlich hat er Wort gehalten
Da er, Lida, dich mit sanfter Neigung
Mir, dem lange sehnenden, geeignet.
Wohlgeschnitztenfrische-gefulltenBecher
in gefaltnen

Handschriften und Drucke

Sigle Titel Überlieferungsform
🚧 H.5b Gedichtsammlung von 1815, … revidiertes Druckexemplar
🚧 T Journal von Tiefurt, 5.-4 … Abschrift
🚧 H.87b 🚧 Druck
🚧 T 🚧 🚧
🚧 H.87a Der Becher … Konzept
🚧 H.75 Gedichtsammlung, Abschrif … Abschrift
🚧 H.87d An die Cikade nach dem An … Abschrift
🚧 T (Autographensammlung) 🚧 🚧
🚧 S 8 Goethe’s Schriften. Achte … Druck
🚧 H.10:2 Sammlung von Gedichten un … Abschriften
🚧 T (Goechhausen) Journal von Tiefurt, 1. - … 🚧
🚧 H.3 Vermischte Gedichte, Erst … Reinschrift
🚧 H.87a Der Becher, … Notiz

Kontexte

Relation Bezugsentität Quelle
verfasst von Johann Wolfgang Goethe H.5b, T, T, H.87a, H.75, H.87d, T (Autographensammlung), H.10:2, T (Goechhausen), H.3, H.87a , H.87b, S 8
hat Bezug zu Kräuter, Keilschen H.3
datiert auf 22. September 1781 Brüning/Henke 2025
datiert auf bis Mitte Oktober 1781 GB 4.2 B, Nr. 499, 888
überliefert in 11 Handschriften H.5b, T, T, H.87a, H.75, H.87d, T (Autographensammlung), H.10:2, T (Goechhausen), H.3, H.87a
überliefert in 2 Drucken H.87b, S 8
Teil von Gedichtsammlung von 1815 H.5b
Teil von Vermischte Gedichte, Erste Sammlung H.3
Vorheriger Nachbar in der Überlieferung Magisches Netz. Zum ersten Mai 1803 H.5b
Vorheriger Nachbar in der Überlieferung An die Cicade, nach dem Anakreon T, T, H.75, H.87d, H.10:2, T (Goechhausen)
Vorheriger Nachbar in der Überlieferung Nachtgedanken T (Autographensammlung)
Vorheriger Nachbar in der Überlieferung An seine Spröde S 8
Vorheriger Nachbar in der Überlieferung Amor als Landschaftsmahler H.3
Nächster Nachbar in der Überlieferung Nachtgedanken H.5b, S 8
Nächster Nachbar in der Überlieferung Der Mensch T, T
Nächster Nachbar in der Überlieferung Geweihter Platz H.75
Nächster Nachbar in der Überlieferung Auf Miedings Tod T (Autographensammlung), T (Goechhausen)
Nächster Nachbar in der Überlieferung Erlkönig H.10:2
Nächster Nachbar in der Überlieferung An seine Spröde H.3